Mit ihrer geplanten Gesundheitsreform erhöht die neue schwarz-gelben Regierung die Attraktivität privater Krankenversicherungen.
CDU/CSU und FDP haben für 2011 grundlegende Reformen in der Gesundheitspolitik angekündigt. Am Freitag wurden erste Details dazu bekannt. Geplant ist unter anderem ein Umbau des Gesundheitsfonds. Gesetzliche Krankenversicherungen (GKVen) sollen dann einen Teil ihrer Beiträge unabhängig vom Einkommen des Versicherten erheben können. Eventuelle Beitragserhöhungen müssen Arbeitnehmer jedoch alleine tragen. Der Anteil der Arbeitgeber soll eingefroren werden.
Ebenfalls geplant ist eine Erleichterung beim Zugang zur privaten Krankenversicherung (PKV). Künftig sollen Arbeitnehmer, die aus der GKV in eine PKV wechseln wollen, nach Überschreitung der Einkommensgrenze nicht mehr drei Jahre warten müssen. Wer durch einen Optionstarif vorgesorgt hat, kann ohne erneute Gesundheitsprüfung in die PKV. Versicherte, die frühzeitig wechseln, können außerdem eventuelle monatliche Beitragszuschläge sparen, die durch zwischenzeitliche Erkrankungen eingetreten sind.
„Im Moment ist es sehr wahrscheinlich, dass gesetzlich Versicherte künftig noch stärker zur Kasse gebeten werden – und das bei gleichem Leistungsumfang“, sagt Clemens Keller, Leiter Produktmanagement Krankenversicherung. „Das und die Abschaffung der Drei-Jahresfrist erhöht natürlich die Attraktivität privater Krankenversicherungen. Ich bin mir sicher, dass dadurch viele Versicherte ernsthaft einen Wechsel prüfen werden.“